Über uns im Wedding

»Unser Ziel ist es, dass der Wedding ein solidarischer und kämpferischer Stadtteil wird. Ein Kiez, in dem sich Menschen gemeinsam gegen Unrecht & Ungerechtigkeit wehren, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Feste feiern.«
- Im Wedding organisieren wir uns im Stadtteilkomitee Wedding.
- Wir stärken uns gegenseitig den Rücken, wenn es Probleme mit Vermieter*innen, dem Chef oder staatlichen Behörden gibt. Wir stehen zusammen gegen Rassismus und Sexismus im Alltag. Wir kämpfen für solidarische Communities im Kiez.
- Wir betreiben den Stadtteilladen Rote Ella, organisieren Veranstaltungen und Infotische zu Themen, die uns wichtig sind. Wir geben die Stadtteilzeitung Plumpe mit heraus und organisieren Versammlungen um gemeinsam nach einer Lösung für Probleme, die uns betreffen, zu suchen.
- Wir bekommen kein Geld für unsere Angebote sondern sind auf die Unterstützung von möglichst vielen angewiesen, die neben Job, Familie, Studium oder Schule etwas für den Stadtteil tun möchten.
- Wir sind unabhängig von Parteien, offiziellen Gewerkschaften, religiösen Einrichtungen oder staatlichen Stellen.
- Gemeinsam sind wir nicht mehr machtlos sondern können etwas verändern.
Wir treffen uns regelmäßig in unserem Laden Rote Ella in der Buttmannstraße 1a und koordinieren unsere Aktionen gemeinsam. Wenn du Interesse hast uns näher kennen zulernen komm gern persönlich vorbei -am besten während unseres Offenen Ladens (freitags 16-19 Uhr und sonntags 11-14 Uhr). Du kannst dich auch per Mail oder Telefon melden. Wir freuen uns immer über neue Leute und frische Ideen. Unsere Kontaktdaten findest du im Bereich Mitmachen auf der Webseite.
Immer freitags zwischen 16 und 19 Uhr sowie sonntags zwischen 11 und 14 Uhr haben wir den sogenannten „Offenen Laden“. Alle, die Lust haben vorbei zu kommen, können einfach vorbeischauen. Du kannst bei uns Tee, Kaffee oder Limo trinken, mit uns ins Gespräch kommen oder dich einfach mal umschauen.
Wir freuen uns auf dich!
AKTUELLES
Feministische 7. März Demo im Wedding



Liebe Nachbarinnen, liebe Familien, liebe Genossinnen,
auch dieses Jahr wollen wir den feministischen Kampftag wieder mit einer lauten und familienfreundlichen Demo durch unseren Kiez einläuten. Zum siebten Mal gehen wir am 7. März gemeinsam als Nachbarinnen und Freundinnen auf die Straße.
Wir nehmen uns die Kochtopfdemos aus Chile zum Vorbild, um unsere Wut zu zeigen.
Denn Krieg, Aufrüstung und Gewalt gegen Frauen und Queers sind präsenter denn je: in Rojava, Iran, in Gaza, im Sudan sind Frauen am stärksten von Krieg, Vertreibung und Gewalt betroffen.
In Deutschland wird fast jeden Tag eine Frau von einem Mann ermordet und während immer noch nicht genug Frauenhausplätze zur Verfügung stehen und im Gewaltschutzbereich sogar gekürzt wird, werden vom deutschen Staat Milliarden in Aufrüstung gesteckt. Wir wollen keinen Krieg! Wir wollen keine Munitionsfabrik in unserer Nachbarschaft und auch sonst nirgendwo!
Wir wollen eine Gesellschaft der Fürsorge, eine wirklich solidarische Gesundheitsversorgung, eine gerechte Aufteilung der alltäglichen Arbeiten, alleinige Entscheidungsmacht über unsere Körper und unsere Leben.
Geht mit uns auf die Straße: Gegen Gewalt, Armut und Krieg. Für eine Gesellschaft, in der Fürsorge über Profit steht und feministische Solidarität über Grenzen hinweg geht!
Kommt am 7. März um 15 Uhr zum Martha-Ndumbe-Platz, bringt eure Schilder und Kochtöpfe mit, seid laut und tragt eure Wut mit uns auf die Straße!
Monatsübersicht – März 2025

Gemeinsam gegen Grand City Property – Mieter*innen der Koloniestraße 2-8 schaffen teuren Wachschutz ab
Die Mieter*innen der Koloniestraße 2–8 organisieren sich seit rund zwei Jahren gemeinsam mit dem Stadtteilkomitee Wedding gegen ihre Hausverwaltung Grand City Property– und das mit Erfolg.
Seit Januar 2026 ist der Wachschutz-Container aus dem Innenhof der Koloniestraße 6 verschwunden. Die organisierte Mieterschaft hat seine Abschaffung durchgesetzt und spart dadurch künftig insgesamt über 210.000 Euro pro Jahr an Betriebskosten. Das entspricht 800 bis 1.200 Euro jährlich pro Haushalt. Ein klares Signal: Gemeinsam organisieren lohnt sich.
Hohe Kosten, kaputte Häuser und eine Hausverwaltung, die nichts tut
Die Liste der Probleme, mit denen sich die Mieter*innen der Koloniestraße 2–8 seit Jahren herumschlagen müssen, ist lang. Zuverlässig flattern im Winter Betriebskostenabrechnungen mit hohen Nachzahlungen in die Briefkästen und bringen viele an ihre finanziellen Grenzen. Gleichzeitig verfallen die Häuser zunehmend: Aufzüge und Heizungen fallen aus, Haustüren sind kaputt, der Innenhof vermüllt. Doch statt dringend notwendige Instandhaltungen und Reparaturen vorzunehmen, setzte die Hausverwaltung Grand City Property – ein börsennotierter Immobilienkonzern mit Sitz in Zypern – auf einen teuren Wachschutz. Bezahlt wurde dieser von den Mieter*innen.
Aus Sicht der Mieterschaft brachte der Wachschutz keinerlei Verbesserung. Stattdessen entwickelte er sich zum größten Einzelposten in den jährlichen Abrechnungen und machte rund 60 % (!) der gesamten Betriebskosten aus. Hohe Betriebskosten gehören zum Geschäftsmodell profitorientierter Immobilienkonzerne. Zum einen werden immer wieder Kosten über die Betriebskosten abgerechnet, die dort eigentlich nichts zu suchen haben – etwa für Reparaturen oder Instandhaltung. Zum anderen führen Unternehmen neue Dienstleistungen ein, die zwar unter Umständen umlagefähig sind, den Mieter:innen aber keinen Nutzen bringen. So wie im Fall des Wachschutzes. Auf diese Weise werden die Betriebskosten künstlich aufgebläht und zur „zweiten Miete“, die die Mieter*innen zusätzlich an den Vermieter abdrücken müssen.
Vom stillen Ärger zur kollektiven Organisierung
Die Nachbar*innen wollten die Zumutungen ihrer Hausverwaltung nicht länger hinnehmen – und das nicht zum ersten Mal. Die Koloniestraße 2–8 blickt bereits auf eine längere Geschichte der Organisierung zurück. Schon 2015 regte sich Widerstand, als die Häuser aus der Sozialbindung fielen und sich die Mieten nahezu verdoppeln sollten. In den darauffolgenden Jahren wurde es ruhiger, bis vor gut zwei Jahren neuer Schwung in die Hausgemeinschaft kam.
Im November 2023 suchten mehrere Mieter*innen unabhängig voneinander die Mietrechtsberatung des Stadtteilkomitees Wedding in der Roten Ella auf. Alle hatten dasselbe Problem: Kurz zuvor waren die Heiz- und Betriebskostenabrechnungen eingetroffen. Nachzahlungsaufforderungen von bis zu 4.000 Euro pro Haushalt standen diesmal zur Buche. Schnell wurde klar: Allein kommen wir hier nicht weiter – wir müssen gemeinsam aktiv werden.
Es folgten die ersten Hausversammlungen. Zum ersten Mal lagen alle Probleme offen auf dem Tisch: Überhöhte Mieten, explodierende Heiz- und Betriebskosten sowie die jahrelange Vernachlässigung der Häuser. Die Abschaffung des teuren Wachschutzes, ein besonderes Ärgernis für viele Mieter*innen, wurde schnell als erstes gemeinsames Ziel festgelegt. Statt ausschließlich auf den rechtlichen Weg zu setzen, entschieden sich die Mieter*innen bewusst für den Aufbau kollektiven Drucks und für koordinierte Aktionen gegen ihre Hausverwaltung.
Neben regelmäßig stattfindenden Hausversammlungen in der Roten Ella, an denen sich ein aktiver Kern beteiligte, suchten die Mieter*innen das Gespräch mit ihren Nachbar*innen, organisierten Haustürgespräche und Infotische im Innenhof und sammelten Unterschriften gegen den Wachschutz. Am Ende kamen knapp 80 Unterschriften zusammen. Gleichzeitig legten Mieter*innen, bei denen die Umlage des Wachschutzes nicht vertraglich vereinbart war, Widerspruch gegen die Abrechnungen ein. Sie verweigerten die Zahlung und forderten bereits gezahlte Beträge zurück. Der Druck auf Grand City Property wuchs, der Wachschutz wurde zunehmend unlukrativ – bis die Hausverwaltung schließlich nachgab. Der Wachschutz wurde abgeschafft. Die über 210.000 Euro, die nun jährlich eingespart werden, sind eine erste spürbare Entlastung für die Mieter*innen.
Wie gemeinsamer Druck konkrete Erfolge bringt
Doch die Organisierung wirkte weit über diesen Erfolg hinaus. Gemeinsam prüften die Nachbar*innen ihre Heiz- und Betriebskostenabrechnungen und unterstützten sich gegenseitig bei der Durchsetzung der Mietpreisbremse. Nach Angaben eines aktiven Nachbarn konnten aufgrund festgestellter Fehler in den Abrechnungen insgesamt rund 14.000 Euro an Betriebskosten zurückgeholt werden. Darüber forderten die Mieter:innen weitere 39.000 Euro durch die Anwendung der Mietpreisbremse erfolgreich zurück.
Der Erfolg der Koloniestraße 2–8 zeigt: Wenn Mieter*innen sich zusammenschließen und Gegenmacht aufbauen, können sie auch große Immobilienkonzerne wie GCP in die Schranken weisen. Die Hausgemeinschaft macht derweil weiter – sie will insbesondere die zahlreichen Mängel in den Häusern beseitigen und kämpft für langfristig bessere Wohnverhältnisse.

